IV

Lasse-Marc Riek (Hanau)
Wieland Krause (Halle)
Johannes Krause (Halle)
Claus Stoermer (Halle)

Wir arbeiten seit 2016 gemeinsam im Schnittfeld von elektroakustischer Musik und Klangkunst. Als Ausgangspunkt nutzen wir Field Recordings aus Stadträumen und Landschaften, die wir mit modularen Synthesizern, selbstgebauten analogen Klangerzeugern, Klangobjekten aus Fundmaterial (Schlacke, Kies, Stahlblech, Draht) und Stimme kombinieren. 

Grundlegend für unsere Kompositionen und Aufführungen ist die Synthese von vier unabhängigen Kanälen. Jeder von uns steuert einen Kanal bei. Je nach Kontext verändern sich sowohl das Klangmaterial als auch unsere Herangehensweise und die inhaltliche Ausrichtung. Während der Aufführungen werden die vier Kanäle in Echtzeit kombiniert und variiert, sodass ein vielschichtiger, lebendiger und kontinuierlich sich entwickelnder Gesamtklang entsteht. 
Unser Spiel ist ein offener Dialog: Wir reagieren mit unserem Klangmaterial auf die Impulse der anderen – Spiel mit dem eigenen Kanal, Interaktion mit den anderen Kanälen. Der Kanal kann sowohl über Lautsprecher (z. B. als Zuspielung vom Laptop) als auch als natürliche, analoge Klangquelle im Aufführungsraum erklingen (z. B. Stahlblech, Glas, Pressluft, Papier). 

Durch rückgekoppelte und miteinander verschaltete Signalwege entsteht eine zusätzliche Ebene, in der sich unsere Klänge gegenseitig beeinflussen, überlagern und verändern. Ein wesentlicher performativer Parameter ist unser Wechselspiel zwischen klar getrennten Kanälen und einem verdichteten, abstrahierten Gesamtklang, in dem die einzelnen Kanäle ineinander übergehen. Unsere Aufführungen organisieren wir durch mehrere zeitlich exakt festgelegte Klangereignisse im Raum und teilen sie in aufeinanderfolgende Abschnitte/Phasen. Eine während der Aufführung zum Drehen gebrachte und immer lauter werdende Metallscheibe, die schließlich umfällt und ausklingt, markiert das Ende eines Abschnitts und ist zugleich Impuls für den nächsten. Unsere Aufführung gliedert sich dadurch in mehrere aufeinanderfolgende Improvisationszyklen, ​ausgelöst durch die akustischen Impulse. 

Dabei begeben wir uns immer wieder neu in einen Prozess der Erkundung des Hörens und Experimentierens. Kompositionen legen wir skizzenhaft an. Interaktion, Improvisation, performative Elemente und der bewusste Einbezug von Zufall prägen unser Zusammenspiel und unser musikalisches und klangkünstlerisches Verständnis.

Aufführungen fanden unter anderem im WUK Theaterquartier Halle, im KMd Kunstmuseum Magdeburg, 
in der Motorenhalle Wachsbleichstraße Dresden, im LHH Literaturhaus Halle, im Kunstverein Röderhof und im Salinemuseum Halle statt.

Sounds

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